Hi.
An diesem Ort sammle ich meine Gedanken und teile sie mit der Welt.
Notizen
- Ich schreibe gern
- Ich mag Musik
- Ich bin kreativ
Kreativität
Ich hielt mich schon immer für einen Grübler. Für jemanden, der halt viel nachdenkt. Und nachdenken muss. Jedenfalls ist da schon was dran. Aber ich denke man muss ein Grübler sein, um gut schreiben zu können. Ich behaupte einmal, dass die besten Schriftsteller auch besonders grüblerische Persönlichkeiten waren. Für sie war und ist ihre Innenwelt mindestens genauso wichtig - und womöglich wichtiger - als die Welt da draußen. Das NAchdenken ist Fluch und Segen zugleich. Es verleitet zu wilden Ausflügen in bisher unbekannte Sphären der eigenen Psyche. Es lässt vor Fantasie geradezu strotzen und sorgt dafür, dass man ab und an mal einen guten Einfall hat. Zu guter Letzt ist ein aktiver Geist auch nicht selten ein kritischer, der sich selbst, seine Umwelt, aber vor allem sich selbst tagtäglich hinterfragt. Wie man gute Texte schreibt? Womöglich indem man den Gedanken, die uns Grüblern zuteil werden, eine Form gibt, indem man aktiv, also in der realen Welt tätig wird. Nicht, dass unsere Gedankenwelt nicht real wäre, aber ihr wisst schon, was ich meine. Das ist es nämlich: das Tätigwerden ist für Freunde des Grübelns keine einfache Aufgabe. Jede Art des Handelns will erstmal gut durchdacht sein. Man könnte ja einen Fehler oder etwas Wichtiges übersehen, nicht bedacht haben. Das scheint in manchen Bereichen des Lebens auch seine Vorteile zu haben, nur verleitet es nicht gerade zu spontanem, kreativen Handeln. Dieser Text entsteht gerade mit einem Minimum an Kontrolle. Was mir in den Sinn kommt, wird zu Papier gebracht. Und weil da so viel ist, hört der Schwall an Wörtern, Sätzen und Ideen nie auf. „Nie“ ist ein starkes Wort, aber sagen wir selten. Kreativität entsteht durch einen Geist, der - so denke ich - geügend Zeit im „Freilauf“ hatte und von sich aus neue Verbindungen knüpfen konnte. Das dabei Entstandene tut dies nur durch uns, und will in Form gegossen und so in der Realität manifestiert werden. Dies kann ein Text, ein Song, ein Tisch oder etwas völlig anderes sein. Die Schaffenskraft, die in jedem von uns steckt, kann aber unterdrückt werden. Dies geschieht durch Ablenkung und Streuung, wie bei einem Lichtstrahl. Nur ein durch eine Linse fokusierter Lichstrahl kann ein Blatt zum Brennen bringen. Nur ein konzentrierter Geist kann etwas erschaffen, dass Zeit, Fleiß und Durchhaltevermögen erfordert. Ohne diese Eigenschaften bleiben Ideen bei aller Kreativität und Muße nur Gedanken im Kopf. Es gilt, das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist, die Muse zu küssen, solange sie es ist. Ob dabei flache Wortwitze herauskommen ist sekundär: Wichtig ist der schöpferische Akt, das Loslassen frei nach dem Motto „Free your mind.“